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in Liturgie und Spiritualität e.V.

Place of Spirit – Platz des Geistes - Heiliger Raum

Choreografie

Place of Spirit – Platz des Geistes - Heiliger Raum

(Impuls des Monats für Mai 2026)


Auf der Erde öffnen sich Räume hinein in Zeit und Ewigkeit – Orte, an dem Tanz, Musik und Spiritualität zusammenfließen, in dem *Geist* wirken kann.

Solche Orte entstehen vielerorts: in Kirchen, in Bildungshäusern, Klassenzimmern, in der Natur, in Ritualen, beim Meditieren …und… natürlich, wenn wir tanzen. Orte an denen etwas wie *Heilung - Heiligung* spürbar ist, geschieht.


Der Kreistanz *Place of Spirit* ist ein lebendiger Ausdruck dafür. Die Gegenwart Gottes, Geisteswirken, ist erfahrbar durch Schritt und Gebärde; ein Raum entsteht, in dem ein offener Kreis einlädt sich zu fühlen und Einheit und Gleichzeitigkeit in gemeinschaftlich tragender Form zu erfahren, zu ertanzen.


Die von Kate Bush inspirierte Musik lässt Bewegungen wachsen, die zu Gebet und Meditation zugleich werden... Jeder Schritt, jede Geste wird ein Ausdruck des Inneren, welches durch uns sichtbar werden lässt im Äußeren.


Besonders ist für mich die Geschichte zu diesem Kreistanz: am Tag des 11. Septembers 2001 war ich beschäftigt mit meinem Zyklus zum *Vater unser*.

Es fehlte noch ein Tanz zur Bitte: dein Reich komme.

Die Musik fiel mir morgens in die Hand und die Choreografie entstand, schälte sich im Laufe des Tages aus mir heraus. 

Ich war beschäftigt und kümmerte mich nicht um das Weltgeschehen. Entsetzen ergriff mich beim Schauen der Nachrichten gegen Abend: Flugzeuge, die in die Twin Towers des World Trade Centers in New York flogen. 

Wie kann das sein, fragte ich mich … Soll das der heilige Erdenraum sein, geistdurchwirkter Platz, `place of spirit`?

Meine Erschütterung wich nach und nach einer Erkenntnis.


Unsere Erdheimat ist genau das: Licht und Schatten zugleich. Gefüllter sich füllender Raum … geheiligt durch uns, heilend. Gleichzeitig stirb und werde, Anfang und Ende. Es ist. Keine Bewertung. Schöpfung. Place of spirit eben. 

Ich bin zu klein um zu verstehen, warum Licht und Schatten gleichzeitig sind. Erfüllt bin ich jedoch von der Gewissheit, dass alles einen Sinn hat und dass es an mir, an uns liegt, mitzugestalten an solchen Räumen.


In der christlichen Arbeitsgemeinschaft für Tanz und Spiritualität ist das auf unterschiedlichste Art und Weise möglich. 

• Tanz als Gebet, als Ausdruck von Freude und Dankbarkeit in geschlossener und offener Form

• Musik als Brücke zwischen Herz und Seele

• Stille als Begegnung mit dem Göttlichen 

unterschiedlichste Lehrer an unterschiedlichsten Orten mit unterschiedlichsten Ansätzen …


Die Erde und die *Orte auf Zeit* werden zu Orten an denen Gleichzeitigkeit erfahrbar, ertanzbar wird: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verbinden sich. Hier können wir lernen, uns zu öffnen und uns selbst und anderen mit Liebe und Achtsamkeit zu begegnen.


Der Kreis als Gottessymbol hat für mich dabei im Tanzgeschehen basale Bedeutung: unendlich, einbindend, harmonisierend. 

Wenn ein runder Kreis entsteht, Bewegungen im Gleichklang nach vielen Runden des Miteinanders und sich tiefe Stille in der Musik ausbreitet, ist das für mich ein geschenktes Zeichen der Gegenwart Gottes.


Ich finde, wir sind aufgefordert Räume zu schaffen, so wie das in der CAT e.V. geschieht. Orte, an denen möglich wird dieses zu erleben, entgegen aller Nöte auf der Erde. Plätze, an dem Tanz, Musik und Spiritualität in harmonischem Einklang den Weg zu innerer Freiheit, heilig-heilender Begegnung und persönlicher Transformation eröffnen.


Kreisend tanzen, Lichtkanäle entstehen lassen für die Transzendenz als Tor Gottes mit dem Tanz *place of spirit* und anderen …

Ist das nicht wunderbar?


Petra Maria Knell
knell@ertanzungen.de 


 (Choreografie als PDF zum downloaden)